Schülerinnen und Schüler einer achten Klasse stehen gemeinsam mit Björn Henschel und Auszubildenden Pia Abraham vor dem Firmengebäude von Henschel Bestattungen in Garbsen-Berenbostel.

Was macht eigentlich eine Bestattungsfachkraft? Achtklässler der IGS Garbsen erhalten Einblick

Wie sieht der Arbeitsalltag einer Bestattungsfachkraft eigentlich aus? Welche Aufgaben gehören zur Ausbildung? Und was muss man mitbringen, wenn man in einem Bestattungshaus arbeiten möchte?

Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich eine 8. Klasse der IGS Garbsen bei ihrem Besuch bei uns. Björn Henschel führte die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit unserer Auszubildenden Pia Abraham durch die Räumlichkeiten. Dabei ging es nicht nur um den Ablauf einer Bestattung, sondern vor allem um einen authentischen Einblick in einen vielseitigen Ausbildungsberuf.

Mitmachen anstatt nur zuzuhören

Besonders praktisch wurde es in unserer Sargausstellung. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich die verschiedenen Sargmodelle ansehen und selbst einmal einschätzen, wie schwer ein Sarg wohl sein könnte. Dabei wurde schnell deutlich, dass bei einer Überführung nicht nur das Gewicht des Sarges, sondern auch das Gewicht und die Statur des Verstorbenen berücksichtigt werden müssen. Für die Planung eines Einsatzes ist diese Einschätzung wichtig, damit die benötigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend eingeplant werden können.

Drei Ausbildungsjahre – drei unterschiedliche Bereiche

Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist abwechslungsreich und verbindet praktische, organisatorische und beratende Tätigkeiten. Bei uns starten die Auszubildenden zunächst im „Technischen Bereich“. Dazu gehören unter anderem Überführungen, Trauerfeiern und Beisetzungen sowie die Versorgung von Verstorbenen. Auch handwerkliche Tätigkeiten spielen eine wichtige Rolle. In unserer Werkstatt lernen die Auszubildenden beispielsweise, einen Sarg fachgerecht auszuschlagen und für den Einsatz vorzubereiten.

Gerade die praktische Arbeit macht einen wesentlichen Teil des Berufs aus. Gleichzeitig lernen die Auszubildenden, mit unterschiedlichen Situationen umzugehen und die individuellen Wünsche der Angehörigen zu berücksichtigen.

Im zweiten Ausbildungsjahr geht es verstärkt in den kaufmännischen und organisatorischen Bereich. Die Auszubildenden arbeiten im Büro und lernen unter anderem, was rund um einen Sterbefall organisiert werden muss. Dazu gehören beispielsweise Abmeldungen, Sterbefallanzeigen und weitere organisatorische Aufgaben.

Im dritten Ausbildungsjahr steht zunehmend die Beratung im Mittelpunkt. Dafür ist umfangreiches Wissen notwendig: Eine Bestattungsfachkraft muss Fragen von Angehörigen kompetent beantworten, Möglichkeiten erklären und gemeinsam mit den Familien individuelle Lösungen entwickeln können.

Kein Tag ist wie der andere

Was den Beruf besonders macht, wurde auch beim Rundgang deutlich: Eine Bestattung läuft nicht nach einem festen Schema ab. Familien haben unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen. Sarg oder Urne, Gestaltung der Trauerfeier, Blumen, Musik, persönliche Gegenstände oder organisatorische Fragen. Jede Bestattung ist individuell. Genau diese Vielfalt macht den Beruf anspruchsvoll und abwechslungsreich.

Auch die Arbeit mit Verstorbenen erfordert Verantwortungsbewusstsein und fachliches Können. Die Auszubildenden lernen Schritt für Schritt, wie Verstorbene fachgerecht versorgt und für die Abschiednahme vorbereitet werden. Dabei gilt: Nicht jeder Mensch muss von Anfang an mit jeder Aufgabe vertraut sein. Bei uns wird darauf geachtet, die Auszubildenden entsprechend ihrer Entwicklung und ihrer persönlichen Situation an die verschiedenen Tätigkeiten heranzuführen.

Was sollte man für die Ausbildung mitbringen?

Eine der Fragen der Schülerinnen und Schüler lautete: Was muss man eigentlich können, um Bestattungsfachkraft zu werden?

Die Antwort ist weniger eine Frage des Schulabschlusses als der persönlichen Einstellung. Bei uns spielen unterschiedliche Bildungswege eine Rolle. Entscheidend sind vor allem grundlegende schulische Kenntnisse, insbesondere in Deutsch, sowie die Bereitschaft, sich neues Wissen anzueignen. Für Björn Henschel ist der Schulabschluss allein kein ausschlaggebendes Kriterium. Viel wichtiger sei der persönliche Eindruck, den ein Bewerber vermittle. Neben den schulischen Grundlagen zählen daher vor allem Zuverlässigkeit, Motivation und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

„Wer sich für eine Ausbildung bewirbt, sollte durch sein gesamtes Auftreten zeigen, dass er zuverlässig ist und es ernst meint.“

Björn Henschel

Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Lernbereitschaft

Neben Zuverlässigkeit sind vor allem Empathie und Verantwortungsbewusstsein wichtige Eigenschaften für den Beruf. Bestattungsfachkräfte begleiten Menschen in einer sehr persönlichen und emotionalen Situation. Gleichzeitig erfahren sie im Kontakt mit Angehörigen auch vertrauliche Informationen, mit denen entsprechend verantwortungsvoll umgegangen werden muss. Darüber hinaus sollte man bereit sein, viel zu lernen. Die Ausbildung umfasst zahlreiche fachliche Bereiche und verbindet praktisches Arbeiten mit theoretischem Wissen.

Lernen, wo andere nur zuschauen

Ein besonderer Bestandteil der Ausbildung ist die Verbindung von Theorie und Praxis. Bestattungsfachkräfte müssen nicht nur praktische Abläufe beherrschen, sondern sich umfangreiches Fachwissen aneignen. Da es nur wenige Berufsschulen für diesen Ausbildungsberuf gibt, besuchen unsere Auszubildenden die Berufsfachschule in Bad Kissingen in Bayern im Blockunterricht. Insgesamt verbringen sie rund 13 Wochen pro Jahr in der Berufsschule. Zusätzlich gehören Überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen in der Theo-Remmertz-Akademie (Bild) in Münnerstadt zur Ausbildung. Dort werden unter anderem Themen wie Grabtechnik, Dekoration und weitere fachpraktische Inhalte vermittelt.

Auch im Unternehmen selbst wird viel gelernt. Bei uns gibt es mit der Henschel Akademie ein internes Ausbildungskonzept. Die Auszubildenden arbeiten dabei auch selbstständig an Lerninhalten, recherchieren Themen und erstellen beispielsweise Videos und weitere Materialien. Ein Beispiel für die intensive Prüfungsvorbereitung ist die Arbeit in der Werkstatt: Das Ausschlagen eines Sarges gehört auch zu den möglichen Prüfungsinhalten. Dafür trainieren unsere Auszubildenden regelmäßig und lernen, die Aufgabe innerhalb der vorgegebenen Zeit sicher zu bewältigen.

Erst ausprobieren, dann entscheiden

Wer sich für den Beruf der Bestattungsfachkraft interessiert, muss nicht sofort eine Ausbildungsentscheidung treffen. Ein Schulpraktikum bietet die Möglichkeit, den Berufsalltag und die verschiedenen Arbeitsbereiche zunächst selbst kennenzulernen und herauszufinden, ob die Tätigkeit zu den eigenen Vorstellungen und Stärken passt. Interessierte können sich einfach bei uns melden. Gemeinsam besprechen wir, ob und in welchem Rahmen ein Praktikum möglich ist.

Der Besuch der 8. Klasse der IGS Garbsen hat gezeigt, wie vielseitig der Beruf ist. Viele Fragen konnten direkt vor Ort beantwortet werden und die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Einblick in einen Berufsalltag, den man sonst nur selten kennenlernt. Wer gerne praktisch arbeitet, Verantwortung übernimmt, sich fachlich weiterentwickeln möchte und gleichzeitig mit Menschen zu tun haben will, findet in der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Berufsfeld.

Du möchtest mehr über die Ausbildung erfahren oder dich bei uns bewerben? Dann freuen wir uns auf deine Bewerbung per E-Mail an lieblingsjob-finden@henschel-bestattungen.de. Auch für Fragen rund um ein Schulpraktikum stehen wir gerne zur Verfügung.